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Mein Baby wird bald geboren – Vom Entwurf zur Veröffentlichung

2015 kam es bei mir zu einer unbefleckten Empfängnis. Seitdem gehe ich schwanger mit meinem Baby. Es gab viele Aufs und Abs. Manchmal war das Baby sehr krank, manchmal ging es ihm fantastisch. Wir haben jeden erdenklichen Gefühlszustand zusammen durchgemacht. Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Oh je, klingt ja wie eine schlechte Seifenoper.

Liebe Leserin, lieber Leser, natürlich seit ihr nicht auf RTL gelandet, sondern weiterhin auf blackreading, wo es sich rund ums Lesen und Schreiben dreht. Da ich keine Hebamme bin und auch nicht wirklich schwanger werden kann, ist mein Baby natürlich kein menschliches Baby, sondern ein Roman. Bzw. soll es einmal ein Roman werden, wenn es denn mal groß und stark geworden ist.

Es sind jetzt, aller Voraussicht nach, nur noch drei Kapitel zu schreiben, dann steht die Rohfassung und meine bewegte Gefühlswelt beim Schreibens dieses Werkes ist mittlerweile um eine weitere Facette reicher: es stellt sich ein gewisser Wehmut, eine Form von Melancholie ein, aber auch eine große Vorfreude ein, wenn ich daran denke, dass es bald daran geht, die Überarbeitung zu machen und dann mein Baby auf die Reise zu schicken.

Ich mache mir keine Illusionen. Von der Rohfassung bis zur fertigen Version ist es noch ein weiter Weg, aber den größten Teil des Weges habe ich bereits hinter mir gelassen. Was steht nun als nächstes an? Klar, die drei Kapitel fertigstellen. Dann:

  • Überarbeiten
  • Noch mal überarbeiten
  • Expose schreiben
  • Agenturen anschreiben

Je nachdem, ob eine Agentur bzw. ein Verlag anbeißt, geht es dann weiter oder ich überlege mir, alles noch mal zu überarbeiten und/oder selbst zu veröffentlichen.

Ich finde es sehr hilfreich, wenn Autorenkollegen im Internet Einblick in ihre Prozesse geben, ich denke da kann man einiges von lernen. Gerne möchte ich euch meine Vorgehensweise ebenfalls näher bringen, auch wenn ich noch nicht weiß, ob ich den goldenen Weg gehe (wahrscheinlich nicht).

Mein Überarbeitungsprozess für den ersten Entwurf wird wie folgt aussehen:

  • Jedes Kapitel, dass in Scrivener von mir soweit “fertig für die Überarbeitung” bearbeitet wurde, hat den Status “first draft” erhalten.
  • Die Überarbeitung startet, wenn alle Kapitel den Status “first draft” haben
  • Jedes Kapitel exportiere ich als PDF und wird von mir ausgedruckt und in meinen Überarbeitungsordner abgeheftet.
  • Diesen Ordner gehe ich solange durch, bis ich alle mir aufgefallenen Fehler oder Verbesserungen markiert und hinzugefügt habe.
  • Erst dann werde ich alle Korrekturen in Scrivener vornehmen

Warum der Weg von der digitalen Bearbeitung hin zu Old School auf Papier? Weil meine Erfahrung ist, dass man mit der Zeit, wenn man in seiner elektronischen Version arbeitet, irgendwann betriebsblind wird. Das Auge übersieht dann zuviel. Ein Wechsel des Mediums hingegen, resettet gewissermassen den Blick auf das eigene Werk.

Wie überarbeitet ihr eure Entwürfe? Geht ihr ähnlich vor? Oder habt ihr andere Kniffe entwickelt?

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